Ein perfekter Frühling!

Ich bin bereits eine Woche auf der Tonatiuh. Das Auswintern ist fast fertig, ich suche nur noch einen Platz, um die Persenning zu putzen. Aber mit den Reparaturen bin ich noch nicht fertig. Über den Winter gab es Farbschäden, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Dennoch bin ich etwas gefahren. Von Saint-Jean-de-Losne über Seurre, Verdun-sur-le-Doubs  nach Chalon-sur-Saône. In Seurre hatte ich eine interessante Begegnung mit einem Bootsfahrer, den wir letztes Jahr in Digoin getroffen haben : Walter auf der « Krabbe ».   Weiterlesen

Auswintern

“Auswintern”, so sagt man bei den Böötlern die Inbetriebnahme des Boots im Frühling. Das ist immer mit Überraschungen verbunden. Die Schwächen der Boote zeigen sich nach dem Stillstand im Winter. So auch bei der Tonatiuh.

Aber zunächst eine technische Mitteilung zu diesem Blog: Nicht alle von Euch haben ein gleich grosses Interesse an meiner Bootsreise. Ich habe mir vorgenommen ungefähr jede Woche einmal über meinen Standort zu berichten und was mich gerade beschäftigt. Falls Euch das interessiert, könnt ihr meinen Blog abonnieren. Das macht ihr so: Auf der ersten Seite http://tonatiuh.eu/Wordpress/  sucht ihr die Rubrik in der rechten Spalte Beitrags-Feed (RSS). Ihr klickt darauf und auf der neuen Seite habt ihr in der dritten Zeile den Link:” PlusschaltflächeFeed abonnieren .” Mit einem Klick darauf kriegt ihr meine Beiträge im Outlook in einem neuen Ordner: RSS-Feeds und als neues Lesezeichen in Eurem Internet-Explorer. Künftige Beiträge zur Tonatiuh werden also nicht im Postfach erscheinen, sondern in einem besonderen Ordnern. In andern Mail-Programmen ist das vielleicht anders.

Wenn Ihr nicht so häufig Post von mir wollt, dann müsst ihr nichts unternehmen. Ich werde Euch weiterhin ca. drei mal im Jahr ein Mail schicken.

Zurück zu meinem Bericht: Heute war ein herrlicher Frühlingstag. Ich höre Swiss Jazz übers Internet, bin frisch geduscht und habe eben meine zweites Nachtessen dieses Jahr an Bord genossen. Die letzten  vier Tage beim Auswintern waren wie gesagt spannungsvoll. Nicht alles klappte auf Anhieb und manches unerwartete Problem ist aufgetaucht. Heute habe unter anderem die beiden Dieselfilter (grob und fein) gewechselt. Das ist ziemlich unbequem, weil der beide Filter ca. 30 cm unter dem Boden des Steuerstandes liegen. Beim Wechseln sollte möglichst wenig Diesel in die Bilge (der Boden des Boots) gelangen. Mit vom Diesel glitschigen Händen ist das Wechseln ziemlich kniffelig. Aber ich hab’s geschafft.  Beide Filter waren zusammengebaut und so gut ich  es verstand auch entlüftet. Und dennoch sprang der Motor nicht an. Das heisst wohl, trotz allen war noch Luft in der Treibstoffleitung. Ärgerlich! Zuerst mal zu Mittag essen. Nach dem Mittag nochmals ganz systematisch das Entlüftungsprozedere: Grobfilter dicht?, Feinfilter Rücklauf offen, pumpen bis Diesel ohne Luft austritt, Rücklauf schliessen. Startversuch –> geht nicht. Entlüftungsschraube an der Hochdruckpumpe öffnen, von Hand pumpen bis Diesel ohne Luft austritt, Entlüftungsschraube schliessen. Startversuch –> Motor spring nicht an. Überwurfmutter an der Treibstoffleitung bei der Einspritzdüse von zwei Zylindern lösen. Startversuch bis Diesel ohne Luft rausspritzt. Hurra, der Motor zündet!!! Motor abstellen. Überwurfmuttern anziehen. Nochmals starten und siehe da es funktioniert! Ich lasse den Motor einen Weile warm laufen, weil ich ja noch das Öl wechseln will und entsorge derweil den aufgefangenen Diesel und die alten Ölfilter. Eine Nachkontrolle zeigt, dass der Feinfilter nicht ganz dicht ist. An der Befestigungsschraube tritt ganz wenig Diesel aus. Ein Tropfen pro Minute, mehr nicht. Zut, alors! Feinfilter demontieren, Dichtung erneuern. Entlüften (siehe oben). Und nun endlich springt der Motor an und läuft regelmässig und ohne sichtbare Lecks in der Treibstoffleitung. Ich bin erleichtert und verschiebe den Oelwechsel auf morgen. Stattdessen putze ich die Reling und das Deck im Bug und freue mich am schönen Wetter und dem frischgeputzten Deck. Das alles ist Alltag für einen Automech, für mich aber eine grosse Leistung. Bei dieser ungewohnten Arbeit werde wieder ganz bescheiden und lerne neben dem Technischen auch mit meiner Frustration umzugehen.

5.4.2014 Rückwand achterlich Steuerbord

5.4.2014 Rückwand achterlich Steuerbord

Als Pendenz habe ich unter anderem noch die gefaulte Stelle in der Rückwand. Die habe ich gestern ausgekratzt und heute imprägniert.

Die Arbeit wird mir also vorläufig nicht ausgehen.

5.4.2014 Rückwand hinten StB

5.4.2014 Rückwand hinten StB

Inzwischen ist es ruhig geworden im Hafen. Die letzten Spaziergänger sind zu Hause Nachessen. Das Wasser ist ruhig und glatt und spiegelt die Hafenlampen und den Nachthimmel der im Osten noch knapp hellblau ist.

Einige Voranmeldungen für die Reise der Tonatiuh sind bereits eingetroffen. Meldet Euch wenn Ihr mitfahren möchtet, das gibt spornt mich an für die noch ungewohnte Arbeit am Boot. … und natürlich freue ich mich über Eure Kommentare!