Ein perfekter Frühling!

Ich bin bereits eine Woche auf der Tonatiuh. Das Auswintern ist fast fertig, ich suche nur noch einen Platz, um die Persenning zu putzen. Aber mit den Reparaturen bin ich noch nicht fertig. Über den Winter gab es Farbschäden, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Dennoch bin ich etwas gefahren. Von Saint-Jean-de-Losne über Seurre, Verdun-sur-le-Doubs  nach Chalon-sur-Saône. In Seurre hatte ich eine interessante Begegnung mit einem Bootsfahrer, den wir letztes Jahr in Digoin getroffen haben : Walter auf der « Krabbe ».  Wir dachten damals, er sei Freiburger, weil er ein Motorrad mit Freiburger Kennzeichen beim Boot (die Krabbe) stehen hatte. Er hat seine Fahrt flussaufwärts für einen halben Tag unterbrochen, weil er anscheinend plaudern wollte. Ich habe ihn zum Znacht eingeladen: Spaghetti Bolognese und Salat. Er hat den ganzen Winter auf seinem kleinen Boot gehaust und war in der Zwischenzeit mit dem Boot in England drüben. Eine Überfahrt, die er alleine nicht mehr machen würde und er ist beileibe kein Angsthase.  Er hat viel aus seinem bewegten Leben erzählt. In Frankreich, nahe bei Rouanne hatte er ein Gestüt und daneben hat er Show als Pferdeflüsterer und als Stuntman mit Pferden, Wölfen und Wildschweinen gemacht. Nach einigen Jahren als Weinbauer in Ungarn, lebt er jetzt seit fünf Jahren ganzjährig auf dem kleinen Boot mit weniger Komfort als auf der Tonatiuh. Z.B. kalte Dusche auch im Winter. Zurzeit erholt er sich von einem Töffunfall mit starken Prellungen und geht an einem improvisierten Stock. Trotzdem könne er nicht einfach zwei Monate sich erholen. Nach ein paar Tagen im gleichen Hafen, zieht es ihn weiter, auch wenn die Schmerzen ihn auf dem Boot immer noch stark behindern. Seine Erfahrung als Stuntman hilft ihm da sicher, verschiedene Gelenke sind aus Stahl von früheren Unfällen. Als Bootsfahrlehrer macht er einen kleinen Nebenverdienst. Insgesamt ein unterhaltsamer Abend mit einem ungewöhnlichen Menschen! Kein Freiburger übrigens, sondern als Bauernbub aufgewachsen in Gstaad. Seine Tochter lebt heute in Freiburg, deshalb die Freiburger Kontrollschilder.

Entlang der Saône blüht es überall, vor allem wilde Kirschen. Und am Morgen konzertieren die Vögel bereits um fünf Uhr. Gestern hatte ich meinen freien Tag. Ich habe eine Velotour gemacht durch die Weinberge des Burgunds, wo die kleinen Dörfer grosse Namen tragen: Santeney – Pouligny – Montrachet – Mersault – Pommard – Baune – Nuits- Saints-Georges. Am Abend wollte ich ins Konzert: Mozart und Filmmusik aus Star Wars. Leider ausverkauft! Ich hätte reservieren sollen.

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Am Dienstag geht’s weiter nach Gigny. Dort werde ich Tonaituh bei  ausgewanderten Spiezern lassen, die dort in der alten Schleuse einen kleinen Hafen betreiben. Über Ostern und die Woche danach bin ich in der Schweiz für eine Weiterbildung und –wer weiss- um ein Grosskind willkommen zu heissen.

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