Geschichte

Tonatiuh – ein Boot mit einer langen Geschichte

Kiellegung ca. 1905 bis 1906. Die Werft ist unbekannt.

In den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts hiess das Boot ELEKTRA, war ein Bereisungsschiff und eine Personenfähre und wurde von Pierre de Brassine in Duisburg gekauft und als Arbeitsboot benutzt. Um 1940 hat sein Sohn, Hans Debrassine, das Fährboot zu einem Schweiss- und Werkstattschiff umgebaut und im Hafen von Duisburg benutzt.

Zum Umbau berichtet der Enkel: Als erstes wurden die Spanten tiefergelegt und ein neues Fundament eingelegt. Der alte Deutz-Diesel Motor 37 PS wurde mit einem Salve Dieselmotor 150 PS ersetzt. Das Bergholz, die verstärkte Planke an der Schiffsseite, bestand ursprünglich aus Holz und wurde in Stahl erneuert. Hinzu kamen die Aufbauten wie Deck, Ankerklüse und Ankerlier, Sauerstoffflaschen, Schlepphaken und Mastkocher. Zudem wurde das Kettenruder zum Stangenruder umgebaut.

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Ca. 1960 haben die Brüder Postel die ELEKTRA erworben und sie in Duisburg zu einer Motorjacht mit blauem Rumpf umgebaut. Die mehrjährige Bauzeit hat dann auch den neuen Namen geprägt: ENDLICH. Die ENDLICH lag mehrere Jahre am Verse Meer in Holland und dann in Koblenz.

1973 hat Bruno Kratz die ELEKTRA erworben und erneut umgetauft. Die KOBRA hat jetzt einen grünen Rumpf und liegt an der Lahn in Lahnstein.

Nach mehreren Eignerwechseln kommt 1988 die KOBRA unter Schweizer Flagge unter dem Namen COBRA.

1993 erwerben Ursula und Mario Polla die COBRA in Baucaire und verlegen sie nach Corre. Sie erhält wieder einen neuen Namen: TONATIUH. Tonatiuh war ein aztekischer Sonnengott, der die neuen Besitzer an ihren Aufenthalt in Mexico erinnerte.

In ihrem langen Leben wurde die Tonatiuh immer wieder umgebaut und renoviert. Einige Nieten am Unterschiff und die Schiffsform erinnern noch an ihre Jugendzeit. Die heutigen Aufbauten sind wohl in den 60iger Jahren entstanden, aber auch bereits wieder erneuert worden. Das Unterschiff wurde verschiedene Male mit aufgeschweissten Stahlplatten verstärkt.

Fotos aus der Geschichte der Elektra – Endlich – Kobra – Tonatiuh
mit bestem Dank an die Familie Debrassine, die mir diese Fotos überlassen und an Mario Polla, der die Geschichte recherchiert hat.

Hans Debrassine ist der dritten Generation der Familie Debrassine von 1954 bis heute noch als Schiffsführer auf der Johann-Hinrich-Wichern der Deutschen Seemannsmission-Duisburg tätig.

 

 

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