Holpriger Start für die Regierung Morales

Artikel im Guate-Netz Nr. 52 vom 3. März 2016
Infobulletin des Guatemala-Netzes Zurich

Nach den ersten vier Wochen der Regierung Morales sieht es für die Menschenrechtsverteidiger in Guatemala nicht so düster aus, wie zu befürchten war. Die Ex-Militärs werden sich weiter verantworten müssen für ihre Verbrechen im Bürgerkrieg, und der Druck auf die korrupten Seilschaften in der Politik nimmt zu. Die Zivilgesellschaft ist einem wichtigen ausserparlamentarischen Akteur geworden.

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Die Mutigen von Guatemala

so der Titel eines lesenswerten Artikels von Sandra Weiss in der deutschen Ausgabe von “Le Monde Diplomatique” vom Februar 2016. Er beleuchtet die gesellschaftliche und politische Entwicklung der letzten Jahre und enthält unter anderem einen Abriss über die Geschichte der internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) seit ihren Anfängen im Jahr 2006. Er endet mit dem Zitat eines früheren Präsidenten der CICIG, Carlos Catresana: „Gerechtigkeit macht süchtig. Du willst immer mehr davon. Es kann nicht sein, dass 1000 Verbrecher ein Volk von 14 Millionen in Geiselhaft halten. Deshalb habe ich in Guatemala immer wieder gesagt, dass die Angst die Seite wechseln muss. Nicht das Volk muss sich fürchten, sondern die Verbrecher müssen sich fürchten.“

–> Sandra Weiss (2016): Die Mutigen von Guatemala. In: Le Monde diplomatique, Ausgabe Schweiz, Feburar 2016.

Jimmy soll es richten

Letztes Wochenende war der zweite Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in Guatemala. Ich war in den Bergen der Region Ixil und konnte darum das Wahlergebnis nicht sofort kommentieren. Die Überraschung des ersten Wahlgangs hat sich bestätigt. Jimmy Morales, der Kandidat mit dem kleinsten Wahlkampfbudget, dem magersten Regierungsprogramm und einer Kabinettsliste, die noch weitgehend leer ist, hat gewonnen. Weiterlesen